Grippe oder Erkältung? Im Herbst stellt sich diese Frage ständig, denn die Beschwerden ähneln sich. Einen Unterschied merkst du aber meistens sofort. Das Tempo. Eine Erkältung baut sich über ein paar Tage auf. Die Grippe dagegen erwischt viele ganz plötzlich, mit hohem Fieber und Gliederschmerzen. Sicher erkennen lässt sich das an den Symptomen allein trotzdem nicht. Auch Covid-19 kann sich sehr ähnlich anfühlen.
Grippe oder Erkältung, was ist eigentlich der Unterschied?
Im Alltag sagen viele „Grippe“, wenn sie eigentlich erkältet sind. Medizinisch sind das zwei verschiedene Infekte. Die Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, wird von ganz unterschiedlichen Viren ausgelöst und verläuft meist harmlos. Zwei- bis viermal im Jahr trifft es Erwachsene im Schnitt, schreibt das IQWiG auf gesundheitsinformation.de.
Die echte Grippe heißt Influenza und kann deutlich schwerer verlaufen, weshalb es sich lohnt, die beiden Infekte auseinanderzuhalten und die eigenen Beschwerden ernst zu nehmen. Übertragen wird die Influenza vor allem über Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft gelangen. Dazu kommen Hände, mit denen man sich danach an Mund, Nase oder Augen fasst.
Fünf Unterschiede zwischen Grippe und Erkältung
- Wie es anfängt. Typisch für die Grippe ist der plötzliche Start. Wer morgens noch topfit ins Büro geht, kann abends schon mit Fieber und Schüttelfrost im Bett liegen, so beschreibt es gesundheitsinformation.de. Eine Erkältung lässt sich dafür ein paar Tage Zeit.
- Die ersten Anzeichen. Bei der Erkältung kratzt meist zuerst der Hals, dann läuft die Nase. Bei der Grippe stehen Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost von Anfang an im Vordergrund.
- Das Fieber. 38 bis 40 Grad sind bei einer Grippe nichts Ungewöhnliches. Mit einer Erkältung hast du dagegen höchstens leichtes Fieber, oft gar keins.
- Wie sehr es dich umhaut. Heftige Muskel- und Gliederschmerzen, trockener Husten und das Gefühl, völlig erschöpft zu sein, sprechen eher für Influenza. Bei der Erkältung fällt das alles meist milder aus.
- Wie lange es dauert. Das Schlimmste einer Grippe ist oft nach rund einer Woche überstanden, nur der trockene Husten kann noch zwei bis drei Wochen nerven. Eine Erkältung klingt in der Regel nach ein bis zwei Wochen ab. Der Husten bleibt Erwachsenen dabei im Schnitt etwa 18 Tage erhalten.
Bei der Frage Grippe oder Erkältung ist es im echten Leben allerdings selten so eindeutig. Nur ungefähr jeder Dritte mit Grippe zeigt dieses typische Bild. Ein weiteres Drittel bekommt von der Infektion kaum etwas mit. Eine leichte Grippe kann sich also anfühlen wie ein ganz normaler Schnupfen. Gewissheit bringt nur ein Test, den deine Hausarztpraxis bei Bedarf veranlasst.
Wie lange bist du ansteckend?
Bei einer Grippe etwa vier bis fünf Tage ab den ersten Beschwerden, manchmal auch schon kurz davor. In dieser Zeit steckst du andere am leichtesten an. Bleib also möglichst zu Hause, huste und niese in die Armbeuge und wasch dir die Hände öfter als sonst, damit sich nicht gleich die halbe Familie oder das ganze Team ansteckt. Und das Homeoffice? Kann warten. Mit Fieber braucht dein Körper Ruhe und keine Videokonferenzen, ob bei Grippe oder Erkältung. Wie du gar nicht erst krank wirst, steht in unserem Beitrag Erkältung vorbeugen.
Training mit Grippe oder Erkältung?
Die Sporttasche steht schon gepackt an der Tür? Bei Fieber bleibt sie heute stehen. Das gilt auch, wenn dir alle Glieder wehtun oder du dich völlig platt fühlst. Zu den seltenen, aber ernsten Komplikationen einer Grippe gehört eine Entzündung des Herzmuskels, darauf weist auch das IQWiG hin. Gönn deinem Körper die Pause und steig danach langsam wieder ein. Wie das klappt, erklären wir im Artikel Sport nach einer Erkältung.
Wann solltest du zum Arzt?
Hohes Fieber. Beschwerden, die stark sind oder schlimmer werden. Schmerzen in der Brust oder Atemnot. In all diesen Fällen brauchst du ärztlichen Rat.
Besonders aufmerksam sollten Menschen sein, bei denen Komplikationen wie eine Lungenentzündung wahrscheinlicher sind. Dazu zählen Menschen ab 60, Schwangere und chronisch Kranke, etwa mit Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Ihnen empfiehlt die Ständige Impfkommission unter anderem eine jährliche Grippeimpfung. Ein guter Zeitraum dafür ist nach Angaben von infektionsschutz.de Oktober bis Mitte Dezember. Ob die Impfung für dich passt, klärst du in deiner Hausarztpraxis.
Ein Punkt geht oft unter. Schwere Verläufe zeigen sich häufig erst nach drei bis zehn Tagen. Geht es dir nach ein paar besseren Tagen plötzlich wieder schlechter, warte nicht ab und lass dich untersuchen.
Was du jetzt tun kannst
Ob Grippe oder Erkältung, dein Körper will jetzt vor allem eins, nämlich Ruhe.
- Das Fieber kam plötzlich, dazu Gliederschmerzen? Das spricht eher für eine Grippe. Ruf in deiner Hausarztpraxis an, besonders wenn du zu einer Risikogruppe gehörst.
- Erst Halskratzen, dann Schnupfen, alles eher langsam? Klingt nach Erkältung. Viel trinken, viel schlafen.
- Kein Training, solange du Fieber hast.
- Zu Hause bleiben, solange du ansteckend bist.
- Bei Atemnot, Brustschmerzen oder hohem Fieber ärztlichen Rat holen.
Und falls es dich schon erwischt hat, gute Besserung!
Legende der Fachbegriffe
Influenza: Fachbegriff für die echte Grippe, ausgelöst durch Influenzaviren.
Grippaler Infekt: Andere Bezeichnung für eine Erkältung, die von verschiedenen Viren ausgelöst wird.
STIKO: Die Ständige Impfkommission, die in Deutschland Impfempfehlungen erarbeitet.
Herzmuskelentzündung: Entzündung des Herzmuskels, die als seltene Komplikation von Virusinfekten auftreten kann.
Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Artikel bereitgestellten medizinischen und gesundheitlichen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung auf fittrend.de. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch qualifiziertes Fachpersonal. Gemäß den Bestimmungen des Heilmittelwerbegesetzes (HWG), den Regelungen zu Health Claims sowie den Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit stellen die Beschreibungen keine Heilversprechen dar.


